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Nachweislich wirksam

Crosslinking: Wirksame Behandlung bei Keratokonus

Crosslinking (Hornhautvernetzung): Grundlagen der erfolgreichen Behandlung

Bei einem Keratokonus dünnt sich die Hornhaut aus und krümmt sich, bis sich in der Mitte eine kegelförmige Vorwölbung bildet. Diese Verformung beeinträchtigt die Sehqualität und schreitet unbehandelt immer weiter voran. Das Crosslinking-Verfahren stellt durch eine UV-Bestrahlung die Vernetzung der Hornhaut her und wird im Rahmen der Keratokonus-Behandlung zur Stabilisierung der Hornhaut eingesetzt. Dieses seit 20 Jahren eingesetzte Verfahren hat sich als hochwirksame Therapie etabliert. Unsere Augenspezialisten bei ARTEMIS setzen das Crosslinking bei Patienten mit einem fortschreitenden Keratokonus ein und erzielen in den meisten Fällen zusätzlich zur Stabilisierung eine leichte Verbesserung der Sehschärfe.

Für wen ist das Crosslinking geeignet?

Crosslinking ist ein Verfahren zur Stabilisierung der Hornhaut, welches sich bei Keratokonus und anderen Erkrankungen, die typischerweise eine Hornhautvorwölbung aufweisen, bewährt hat. Der Keratokonus ist die bekannteste Krankheit unter den sogenannten „ektatischen Hornhauterkrankungen“. Dieser Begriff beschreibt die Ausdehnung und Erweiterung der Hornhaut, die auch bei selteneren Krankheitsbildern wie der pelluziden marginalen Degeneration (PMD), dem Keratoglobus und der Hornhautektasie nach LASIK vorliegt. Diesen Erkrankungen der Hornhaut liegt eine zu geringe Hornhautstabilität zu Grunde und sie können mittels Crosslinking behandelt werden.

Wie funktioniert Crosslinking?

Bei Hornhauterkrankungen mit einer Ausdünnung und Vorwölbung der Hornhautmitte wie dem Keratokonus wird vermutet, dass eine Störung von Kollagenmolekülen vorliegt. Kollagen ist ein Protein, welches vielen Körperteilen die Festigkeit gibt und für die Zugfestigkeit unseres Bindegewebes sorgt. Beim Keratokonus liegt eine nur geringe Vernetzung vor, wodurch die Hornhaut ihre Stabilität verliert. Um die Vernetzung anzuregen und die Stabilität zu erhöhen, wird beim Crosslinking ein biochemischer Prozess in Gang gesetzt. Die Beleuchtung der Hornhautfasern mit einer UV-A-Lichtquelle löst diesen Prozess der Quervernetzung (Crosslinking) aus. Zuvor wird das Auge mit dem Vitamin B2 (Riboflavin) behandelt. Dieser sogenannte Photosensibilisator absorbiert das Licht und gibt die Energie an das Hornhautgewebe weiter. Ein Fortschreiten der Auswölbung kann durch die neue Stabilität verhindert werden.

Wann wird ein Crosslinking durchgeführt?

Unsere ARTEMIS Augenspezialisten sind auf eine individuelle, stadiengerechte Therapie der ektatischen Hornhauterkrankungen bedacht.
Im Frühstadium der Erkrankungen wird die formstabile Kontaktlinse eingesetzt, wobei parallel eine engmaschige Verlaufskontrolle erfolgen muss. Von zentraler Bedeutung ist die hochmoderne Hornhaut-Diagnostik zur präzisen Datenermittlung. Sobald eine Befundverschlechterung erkannt wird und damit ein fortschreitender Keratokonus vorliegt, empfehlen wir das Crosslinking als Methode der Wahl. Die Hornhautvernetzung ist aktuell die modernste Technik mit den besten Erfolgsaussichten zur Stabilisierung. Zu diesem Zeitpunkt können wir die noch gute Sehschärfe erhalten und verhindern die Verschlechterung der Sehqualität.

Symptome - Ursachen - Behandlung

Diagnostik und Verlaufskontrolle mit Präzision

Bei unseren ARTEMIS Augenärzten und MVZ erfolgt die Beurteilung der Hornhautbeschaffenheit sowohl zur frühzeitigen Diagnostik als auch zur Verlaufskontrolle, die sehr entscheidend für den Behandlungserfolg ist. Ausschließlich die Hornhauttopographie mit der hochauflösenden Pentacam liefert uns eine detailgetreue, dreidimensionale Darstellung der Hornhautform und der Hornhautdicke. Zusätzlich kann die Endothelmessung Auskunft über die Funktionsfähigkeit der Hornhaut bereitstellen. Wir erkennen den Zeitpunkt des Voranschreitens des Keratokonus und können die Behandlung frühzeitig einleiten.

Dreidimensionale Vermessung der Hornhautoberfläche in höchster Auflösung
Computergesteuerte Spezialkamera zur Analyse der Funktionsfähigkeit der Hornhaut

Ablauf der Crosslinking-Behandlung zur Vernetzung der Hornhaut

Der Eingriff wird bei uns ambulant durchgeführt. Vor dem Eingriff wird das zu behandelnde Auge lokal mit Tropfen betäubt, steril abgedeckt und mit einer kleinen Feder fixiert. Der Eingriff ist sehr schonend und vor allem schmerzfrei.

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Als ersten Schritt entfernen wir die oberste Schicht des Hornhautgewebes, um die Hornhaut für den Wirkstoff Riboflavin (Vitamin B2) durchlässig zu machen. Diese äußere Gewebeschicht bildet sich innerhalb weniger Tage von selbst nach.

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Im nächsten Schritt tragen wir die Riboflavin-Tropfen wiederholt auf und lassen diese einwirken.

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Nun bestrahlen wir das Auge für zehn Minuten mit sanftem UV-A-Licht (Wellenlänge 370 nm). Die Lichtstrahlen sorgen für eine Stabilisierung des Gewebes und regen zu einer Quervernetzung der Hornhautfasern an.

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Die Querverstrebungen sorgen für zusätzliche Stabilität und Reißfestigkeit der Hornhaut.

Crosslinking (Hornhautvernetzung): Behandlungserfolg

Das Crosslinking hat sich seit gut 20 Jahren im Rahmen der Keratokonus-Behandlung als hochwirksame Therapie etabliert und wird auch erfolgreich bei der Behandlung der pelluziden marginalen Degeneration (PMD), dem Keratoglobus und der Hornhautektasie nach LASIK eingesetzt. Eine frühzeitige Behandlung ist entscheidend für den Krankheitsverlauf, da eine bereits bestehende Hornhautvorwölbung nicht rückgängig gemacht werden kann. Je nach Stadium der Erkrankung stehen uns verschiedene Behandlungsverfahren zur Verfügung. Wir informieren Sie gerne über die unterschiedlichen Therapien.

Nachsorge

Zum Schutz des operierten Auges wird eine temporäre Schutz-Kontaktlinse für 3-5 Tage eingesetzt, bis sich die oberste Hornhautschicht regeneriert hat. Zusätzlich bekommen Sie einen Augenverband, der ein versehentliches Augenreiben verhindern soll. Bereits am Tag nach dem Eingriff untersuchen wir Ihre Augen. Weitere Kontrollen erfolgen nach 1 Woche, nach 4 Wochen und nach 3 Monaten. In der Regel erzielen Sie Ihre endgültige Sehkraft nach ca. einer Woche. Zuhause können Sie wesentlich den Heilungsprozess unterstützen, indem Sie Unruhe vermeiden und sich unmittelbar nach dem Eingriff schonen. Eine Sonnenbrille hilft gegen die erhöhte Lichtempfindlichkeit. Sie erhalten Augentropfen, die sehr entscheidend sind, um das Risiko von Infektionen und Entzündungen zu reduzieren. Auch die Nachsorgetermine sind ein wichtiger Baustein, um die Gesundheit Ihrer Augen sicher zu stellen.

Gönnen Sie Ihrem Auge ein, zwei Tage Schonzeit. Leichte Tätigkeiten sind im normalen Umfang unproblematisch. Trotzdem sollten Sie bedenken, dass Sie 3 bis 5 Tage Regenerationszeit brauchen werden. Es soll möglichst kein Druck auf das Auge ausgeübt werden z.B. durch Anstrengung und es soll zu keiner Infektion kommen bspw. durch Shampoo, Wimperntusche oder Schmutz. Sie sollten es vermeiden, das operierte Auge zu reiben oder zu drücken.

Wichtig sind die Nachsorgeuntersuchungen und die regelmäßige Anwendung der verordneten Augentropfen. Bedenken Sie: Indem Sie Ihr Auge schonen, tragen Sie zu einem guten Heilungsverlauf bei.

Unbedenklich sind:

  • Leichte Haushaltstätigkeiten
  • duschen
  • bücken
  • fernsehen
  • lesen, Schreiben oder Bildschirmtätigkeit
  • leichte sportliche Tätigkeit

Unbedenklich nach 7 bis 10 Tagen:

  • Kontakt mit Wasser oder Shampoo
  • körperliche Anstrengung
  • Sport 

Erst nach Absprache mit Ihrem Augenarzt:

  • Auto fahren

Prognose und Verlauf der Operation

Erwartungsgemäß ist das Sehvermögen nach der Keratokonus-Behandlung für ca. eine Woche schlechter als vor der Behandlung. Nach 4-6 Wochen wird das ursprüngliche Sehvermögen erreicht. Das Crosslinking-Verfahren verhindert bei nahezu allen Patienten ein Fortschreiten der Krankheit. In 80% der Fälle wird zudem eine Abflachung der Hornhaut erzielt, dadurch kommt es bei einigen Patienten  auch zu einer leichten Verbesserung der Sehschärfe. Die stabilisierende Wirkung auf die Hornhaut durch die Quervernetzung hat einen Langzeiteffekt von ca. 10 Jahren und länger.

Risiken der Hornhautvernetzung

Die Behandlung mittels Crosslinking gilt als sehr sicheres Verfahren. Ein geringes Infektions- oder Verletzungsrisiko besteht bei jedem chirurgischen Eingriff. Als mögliche Nebenwirkungen können eine Rötung des Auges, Schmerzen. Brennen, verschwommenes Sehen und Blendung in den ersten Tagen nach der Operation oder ein Fremdkörpergefühl auftreten. Infektionen am Auge oder auch Narbenbildungen, die zu einer Sehverminderung führen können, werden nur selten beobachtet.
In einem persönlichen Aufklärungsgespräch erläutern wir Ihnen mögliche Risiken und Nebenwirkungen und Sie haben die Möglichkeit, Fragen zu stellen.

Häufige Fragen

Unbehandelt wird ein fortschreitender Keratokonus auch zunehmende Sehbeeinträchtigungen mit sich bringen. In einem fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung können auch Sehhilfen die Sehminderung nicht mehr ausgleichen. In seltenen Fällen kann es bei Nicht-Behandlung auch zu einem sogenannten akuten Keratokonus kommen. Durch eine Rissbildung in der hinteren Hornhaut gelangt Flüssigkeit aus der vorderen Augenkammer in die Hornhaut und lässt diese eintrüben.
Das ist der einzige Keratokonus, der Schmerzen verursacht. Dabei handelt es sich um einen augenärztlichen Notfall, der sofort behandelt werden muss.

Das Behandlungsziel ist zunächst, Ihre Sehfähigkeit zu stabilisieren und das Voranschreiten der Erkrankung aufzuhalten. In vielen Fällen kommt es durch die Keratokonus-Behandlung auch zu einer leichten Sehverbesserung.

Wir wenden die Hornhautvernetzung auch bei Jugendlichen an. Insbesondere in diesem Alter handelt es sich bei dem Keratokonus meist um eine schnell voranschreitende Form. Findet die Vernetzung bei guter Sehfähigkeit statt, können wir umso eher dieses Stadium stabilisieren und einer Sehverschlechterung vorbeugen.

Wenn Sie die formstabilen Kontaktlinsen bereits vor der Keratokonus-Behandlung getragen haben, können Sie in der Regel nach einem Monat wieder damit anfangen. Selbstverständlich kontrollieren wir den weiteren Verlauf, da sicherlich eine Neuanpassung nach ca. 3 Monaten erforderlich sein wird.

Das hängt natürlich auch etwas von der Tätigkeit ab.
In der Regel können Sie nach ca. einer Woche Ihrem Beruf wieder voll nachgehen. Auch ein Schulbesuch ist zumeist nach spätestens einer Woche wieder möglich.

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