Augengrippe
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Infektionskrankheit Augengrippe: Ursachen, Symptome & Behandlung der Keratokonjunktivitis epidemica im Überblick

Die Augengrippe, auch bekannt als Epidemische Keratokonjunktivitis, ist eine Infektionskrankheit, die von Adenoviren verursacht wird. Im Vergleich zu einer normalen Bindehautentzündung kann die Augengrippe einen intensiveren Verlauf nehmen und birgt zusätzlich die Besonderheit der Meldepflicht in Deutschland. In diesem Magazinartikel werden wir uns genauer mit den Ursachen, Symptomen und Auswirkungen der Augengrippe befassen.

Lesen Sie weiter, um mehr über die Augengrippe zu erfahren.

Adenovirus am Auge: Ursache der Augengrippe

Adenoviren sind eine Gruppe von Viren, die eine Vielzahl von Krankheiten beim Menschen und bei Tieren verursachen können. Das Adenovirus wird in der Regel durch Tröpfcheninfektion, direkten Kontakt oder kontaminierte Gegenstände übertragen. Es ist für eine breite Palette von Infektionen verantwortlich, darunter Atemwegsinfektionen, Augenentzündungen, Magen-Darm-Infektionen und mehr. Das Adenovirus ist bekannt dafür, sich besonders schnell in Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen, Kindergärten und Krankenhäusern zu verbreiten, wo Menschen engen Kontakt haben. Dies ist einer der Gründe, warum die Infektion mit Adenoviren in Deutschland meldepflichtig ist. Die Meldepflicht für Adenovirusinfektionen in bestimmten Gemeinschaftseinrichtungen trägt dazu bei, die Ausbreitung zu überwachen und gegebenenfalls Maßnahmen zur Eindämmung zu ergreifen. So können Gesundheitsbehörden die Verbreitung der Viren überwachen, Infektionsketten unterbrechen und gezielte Maßnahmen in betroffenen Einrichtungen umsetzen. Dies kann dazu beitragen, größere Ausbrüche zu verhindern und die Gesundheit der Gemeinschaft zu schützen.

Das Adenovirus kann eine Infektion des Auges, eine sogenannte Augengrippe, verursachen. Die Bezeichnung Augengrippe deutet bereits darauf hin, dass die Symptome schwerwiegender als bei einer normalen Bindehautentzündung sind.

Symptome der Augengrippe

Die Augengrippe, die durch Adenoviren verursacht wird, kann eine Vielzahl von Symptomen im Bereich der Augen und umgebenden Gewebe verursachen. Das Adenovirus am Auge ist hochansteckend, daher kann sich die Infektion leicht auf das andere Auge ausbreiten, wenn eine Person sich mit infizierten Händen ins Gesicht fasst. Hier die häufigsten Symptome auf einen Blick:

  • Die Augen können gerötet, tränend und gereizt sein.
  • Die Bindehaut kann sich entzünden und geschwollen sein.
  • Betroffene berichten von einem Fremdkörpergefühl im Auge.
  • Die Augen können empfindlich auf helles Licht reagieren.
  • Sie können stark brennen oder jucken.
  • Besonders morgens können sich verkrustete Sekrete bilden.
  • Es kann zu einem klaren oder eitrigen Augenausfluss kommen.
  • Die Sehschärfe kann aufgrund der Entzündung beeinträchtigt sein.
  • Die Augenlider können geschwollen sein.
  • Die Augen können rot und gereizt aussehen.

Verlauf & Dauer der Augengrippe

Der Verlauf der Augengrippe, die durch das Adenovirus verursacht wird, kann variieren und hängt von verschiedenen Faktoren ab, einschließlich des individuellen Immunsystems und der Schwere der Infektion. In der Regel kann der Verlauf der Augengrippe folgendermaßen aussehen:

  1. Inkubationszeit: Nach der Ansteckung kann es einige Tage dauern, bis die Symptome auftreten. Die Inkubationszeit des Adenovirus am Auge beträgt normalerweise etwa 5 bis 12 Tage.
  2. Akute Phase: Die Symptome der Augengrippe können plötzlich auftreten und sich rasch verschlimmern. Typischerweise beginnt die Infektion mit geröteten, juckenden und tränenden Augen sowie einem Fremdkörpergefühl. Die Bindehautentzündung kann intensiv sein.
  3. Höhepunkt: Die Symptome erreichen normalerweise innerhalb von 2 bis 5 Tagen ihren Höhepunkt. In dieser Phase können die Augen sehr gerötet sein, und die Betroffenen können unter starkem Juckreiz, Brennen und Lichtempfindlichkeit leiden. Der Augenausfluss kann klar oder eitrig sein.
  4. Abklingen: Nach dem Höhepunkt beginnen die Symptome des Adenovirus langsam abzuklingen. Die Rötung und Schwellung der Augenlider nimmt ab, und der Juckreiz kann nachlassen.
  5. Dauer: In den meisten Fällen klingen die Symptome der Augengrippe innerhalb von 1 bis 2 Wochen ab. Bei einigen Menschen kann es jedoch länger dauern, bis die vollständige Genesung erreicht ist.

Behandlung der Augengrippe

Bei anhaltenden oder schweren Symptomen, starken Schmerzen, Sehstörungen oder einer Verschlechterung der Symptome sollte ein Augenarzt konsultiert werden. Der Arzt kann die Symptome überwachen, eine genaue Diagnose stellen, um die passende Therapie zu empfehlen. Da es keine spezifische antivirale Therapie für Adenoviren gibt, sind die Maßnahmen vor allem darauf ausgerichtet, den Verlauf der Infektion zu mildern und die Genesung zu fördern. Hier sind einige empfohlene Behandlungsansätze der Augengrippe:

  • Augentropfen und -salben: Der Einsatz von rezeptfreien künstlichen Tränen oder Augentropfen kann helfen, die Symptome von Trockenheit, Juckreiz und Brennen zu lindern. Entzündungshemmende Augentropfen können auch verschrieben werden, um die Rötung und Entzündung zu reduzieren.
  • Kühle Kompressen: Das Auflegen von kühlen, feuchten Kompressen auf die geschlossenen Augenlider kann dazu beitragen, Schwellungen zu reduzieren und das Unwohlsein durch die Augengrippe zu lindern.
  • Vermeidung von Kontaktlinsen: Während der Infektion sollten Kontaktlinsen vermieden werden, da sie die Symptome verschlimmern können. Stattdessen sollten, wenn nötig, Brillen getragen werden.
  • Hygienemaßnahmen: Regelmäßiges und gründliches Händewaschen ist wichtig, um die Ausbreitung der Infektion zu verhindern. Handtücher, Kosmetika und andere persönliche Gegenstände sollten nicht geteilt werden.
  • Schonung der Augen: Es ist ratsam, die Augen während der Infektion nicht zu überanstrengen. Fernsehen, Lesen und Computerarbeit sollten begrenzt werden.

Bei anhaltenden oder schweren Symptomen, starken Schmerzen, Sehstörungen oder einer Verschlechterung der Symptome sollte ein Augenarzt konsultiert werden. Der Arzt kann die Symptome überwachen, eine genaue Diagnose stellen und eine angemessene Behandlung empfehlen.

Mögliche Folgen & Komplikationen der Augengrippe

Die Augengrippe, die durch Adenoviren verursacht wird, kann verschiedene Folgen und Komplikationen nach sich ziehen, obwohl die meisten Fälle mild verlaufen. Hier sind einige mögliche Folgen des Adenovirus am Auge:

  • Hornhautschäden: In einigen Fällen kann die Augengrippe zu Hornhautschäden führen, insbesondere wenn die Infektion nicht rechtzeitig erkannt und behandelt wird. Dies kann zu einer verminderten Sehschärfe und anderen schwerwiegenden Sehproblemen führen.
  • Keratitis: Die Entzündung der Hornhaut, bekannt als Keratitis, kann eine mögliche Komplikation sein. Dies kann zu Schmerzen, Lichtempfindlichkeit und Trübung der Hornhaut führen.
  • Blepharitis: Die Entzündung der Lidränder, auch als Blepharitis bekannt, kann sich als Folge der Augengrippe entwickeln. Dies kann zu Juckreiz, Rötung und Reizung der Lidränder führen.
  • Rezidivierende Infektionen: In einigen Fällen können Adenoviren nach der Genesung in den Körper zurückkehren und zu rezidivierenden Infektionen führen, insbesondere bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem.
  • Übertragung auf andere Augen: Bei unsachgemäßer Handhygiene können die Adenoviren von einem Auge auf das andere übertragen werden, was zu einer Beteiligung beider Augen führt.

Unser Fazit: Die Augengrippe ist eine hochansteckende und ernstzunehmende Erkrankung!

Personen, die an einem Adenovirus am Auge leiden, sollten enge Kontakte mit anderen vermeiden und während der Infektion strenge Hygienemaßnahmen einhalten, um die Verbreitung der Infektion zu minimieren. Obwohl die meisten Fälle von Augengrippe mild sind, ist eine frühzeitige Erkennung und Behandlung entscheidend, um Komplikationen zu vermeiden. Die richtige Hygienepraxis, insbesondere in Gemeinschaftseinrichtungen, ist von großer Bedeutung, um die Ausbreitung der Infektion zu verhindern. Bei auftretenden Symptomen oder dem Verdacht auf eine Augengrippe ist es ratsam, einen Augenarzt aufzusuchen, um eine genaue Diagnose und angemessene Behandlung zu erhalten.