Optikusneuritis Sehnerventzündung
ARTEMIS-Magazin informiert

Optikusneuritis: Symptome, Ursachen & Behandlung – Alles über die Sehnerventzündung

Die Optikusneuritis, auch bekannt als Sehnerventzündung, ist eine komplexe neurologische Erkrankung, die das Sehvermögen beeinträchtigen kann. In diesem Magazinartikel werfen wir einen umfassenden Blick auf die Symptome, mögliche Ursachen und die Behandlungsmöglichkeiten dieser Sehnerventzündung. Erfahren Sie mehr darüber, wie die Optikusneuritis diagnostiziert wird und welche Schritte unternommen werden können, um das Sehvermögen zu schützen und wiederherzustellen.

Lesen Sie weiter, um alles Wissenswerte über die Optikusneuritis zu erfahren.

Was ist eine Optikusneuritis? - Erklärung

Die Optikusneuritis, auch als Sehnerventzündung oder Neuritis nervi optici bekannt, ist eine entzündliche Erkrankung des Sehnervs, der für die Übertragung visueller Informationen vom Auge zum Gehirn verantwortlich ist. Diese entzündliche Reaktion kann das Sehvermögen beeinträchtigen und zu einer plötzlichen Verschlechterung der Sicht führen. Die Optikusneuritis kann auch in Verbindung mit anderen neurologischen Erkrankungen auftreten.

Symptome der Sehnerventzündung

Die Symptome der Optikusneuritis können plötzlich auftreten und können sowohl einseitig (eine Seite des Sehnervs betroffen) als auch beidseitig (beide Seiten des Sehnervs betroffen) auftreten. Die einseitige Sehnerventzündung ist häufiger, sie kann aber auch beidseitig auftreten, wobei die Symptome auf beiden Augen gleichzeitig oder nacheinander auftreten können. Die genaue Ausprägung und Schwere der Neuritis nervi optici können variieren und beeinflussen, wie stark die Sehkraft beeinträchtigt wird. Zu den häufigsten Anzeichen gehören:

  • Verschwommenes Sehen: Betroffene können eine plötzliche Verschlechterung des Sehvermögens erleben. Das Sehen kann unscharf oder verschwommen erscheinen.
  • Verlust des Farbsehens: Ein auffälliges Symptom ist der Verlust der Fähigkeit, Farben korrekt wahrzunehmen. Dies betrifft oft das Erkennen von Rot-Grün-Kontrasten.
  • Zentrale Gesichtsfeldverluste: Ein zentrales Gesichtsfeld, das in der Mitte des Blickfeldes liegt, kann beeinträchtigt sein, was zu einem "tunnelartigen" Blickwinkel führt.
  • Sehverschlechterung beim Bewegen des Auges: Das Sehvermögen kann sich beim Bewegen des Auges verschlimmern, wodurch Augenbewegungen schmerzhaft sein können.
  • Augenschmerzen: Einige Betroffene können Schmerzen oder Unbehagen rund um das betroffene Auge verspüren, insbesondere wenn sie es bewegen.
  • Blendungsempfindlichkeit: Lichtempfindlichkeit oder Blendungsempfindlichkeit können auftreten, insbesondere bei hellem Licht.
  • Kontrastverlust: Die Fähigkeit, Unterschiede zwischen hellen und dunklen Bereichen zu erkennen, kann beeinträchtigt sein.

Ursache der Neuritis nervi optici

Die Ursache der Optikusneuritis liegt in der Entzündung des Sehnervs. Diese Sehnerventzündung kann durch eine Autoimmunreaktion des Körpers gegen die Schutzhüllen des Sehnervs oder durch andere entzündliche Prozesse im Körper ausgelöst werden. Häufig ist eine gestörte Immunantwort beteiligt, bei der das Immunsystem irrtümlicherweise gesunde Gewebe im Sehnerv angreift.

Die Optikusneuritis tritt manchmal im Zusammenhang mit Autoimmunerkrankungen wie Multipler Sklerose (MS) auf. Bei dieser Erkrankung greift das Immunsystem die Schutzhüllen der Nerven im Gehirn und Rückenmark an, was auch den Sehnerv beeinträchtigen kann.

Während Optikusneuritis oft mit MS in Verbindung gebracht wird, kann sie auch als eigenständige Erkrankung auftreten. Infektionen, insbesondere virale Infektionen, können ebenfalls Entzündungsreaktionen im Körper auslösen, die auf den Sehnerv übergreifen können. Es wird vermutet, dass bestimmte Viren, wie das Herpes-simplex-Virus oder das Varizella-Zoster-Virus, in einigen Fällen mit der Entstehung von Neuritis nervi optici in Verbindung gebracht werden können.

Diagnose der Sehnerventzündung

Die Diagnose der Optikusneuritis erfolgt in der Regel durch eine Kombination aus klinischer Untersuchung, Anamnese des Patienten und speziellen diagnostischen Tests. In einigen Fällen kann es notwendig sein, andere Erkrankungen auszuschließen, die ähnliche Symptome verursachen können. Eine frühzeitige Diagnose ist wichtig, um eine angemessene Behandlung einzuleiten der Sehnerventzündung und mögliche Komplikationen zu vermeiden. Folgende diagnostische Verfahren werden in der Regel angewandt:  

  • Augenuntersuchung: Der Arzt wird eine gründliche Untersuchung der Augen durchführen, um den Zustand des Sehnervs zu beurteilen. Dies kann die Prüfung des Sehvermögens, der Pupillenreaktion, des Gesichtsfelds und anderer Parameter umfassen.
  • Farbseh-Test: Ein Test des Farbsehens kann helfen, Veränderungen im Sehnerv zu erkennen, die auf eine Entzündung hinweisen könnten.
  • Magnetresonanztomographie (MRT): Manchmal werden für die Diagnose des Optikusneuritis bildgebende Verfahren wie eine Magnetresonanztomographie (MRT) des Gehirns eingesetzt, um andere mögliche Ursachen für die Sehstörungen auszuschließen und den Zustand des Sehnervs genauer zu beurteilen.
  • Optische Kohärenztomographie (OCT): Die optische Kohärenztomographie (OCT) ist eine nicht-invasive Untersuchung, die hochauflösende Bilder der Netzhaut und des Sehnervs liefert. Dies kann helfen, den Grad der Schädigung des Sehnervs zu bestimmen.
  • Lumbalpunktion (Liquoruntersuchung): In einigen Fällen kann eine Lumbalpunktion durchgeführt werden, um den Gehalt bestimmter Zellen oder Proteine im Rückenmarksflüssigkeit zu untersuchen, was Hinweise auf eine Entzündungsreaktion liefern kann.

Spektrum an Untersuchungsverfahren

Behandlung der Optikusneuritis

Die Behandlung der Optikusneuritis zielt darauf ab, die Entzündung des Sehnervs zu reduzieren, die Symptome zu lindern und mögliche Sehverluste zu minimieren. Die Behandlung hängt von der zugrunde liegenden Ursache der Neuritis ab, kann aber folgende Ansätze umfassen:

  • Symptomatische Behandlung: Je nach den auftretenden Symptomen können auch spezifische Behandlungen erforderlich sein. Zum Beispiel können Schmerzmittel oder Augentropfen zur Linderung von Schmerzen oder trockenen Augen verschrieben werden.
  • Kortikosteroide: Entzündungshemmende Medikamente wie Kortikosteroide werden häufig eingesetzt, um die Sehnerventzündung zu reduzieren. Sie können oral eingenommen oder als intravenöse Infusion verabreicht werden.
  • Plasmapherese: In schweren Fällen kann eine Plasmapherese in Betracht gezogen werden. Dabei wird Blutplasma aus dem Körper entfernt, gereinigt und dann wieder in den Körper zurückgeführt. Diese Methode kann dazu beitragen, schädliche Antikörper, Entzündungsmediatoren und andere Toxine aus dem Blutkreislauf zu entfernen, um das Immunsystem zu modulieren und die Gesundheit zu fördern.
  • Immunsuppressiva: In einigen Fällen können andere immunsuppressive Medikamente verschrieben werden, um das Immunsystem zu unterdrücken und die Entzündung zu kontrollieren.
  • Rehabilitation: Nach einer Sehnerventzündung kann die Sehkraft beeinträchtigt sein. Eine visuelle Rehabilitation, die von einem Optometristen oder Orthoptisten durchgeführt wird, kann helfen, die verbleibende Sehkraft zu maximieren und dem Patienten bei der Anpassung an mögliche Sehveränderungen zu unterstützen.

Unser Fazit: Die Optikusneuritis erfordert eine individuelle Behandlungsstrategie!

Die Optikusneuritis ist eine ernsthafte Erkrankung, die das Sehvermögen beeinträchtigen kann. Eine frühzeitige Diagnose und angemessene Behandlung sind wichtig, um die Sehfunktion zu erhalten. Wenn Sie Symptome wie plötzliche Sehstörungen, Schmerzen bei Augenbewegungen oder Farbveränderungen bemerken, sollten Sie umgehend einen Augenarzt aufsuchen. Frühe Intervention und eine angemessene medizinische Versorgung können dazu beitragen, mögliche Sehverluste zu minimieren und die Genesung zu unterstützen.